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Sardinien Immobilien

Sardinien als Region: Gliederung, Geografie, Anbindung

Stand: August 2026

Diese Seite enthält allgemeine Informationen zum Immobilienkauf in Italien und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Über den Einzelfall entscheiden Notar, Steuerberater (Commercialista) oder Rechtsanwalt vor Ort.

Wer eine Immobilie auf Sardinien in Betracht zieht, stößt auf eine Frage, die trivial klingt und es nicht ist: Woraus besteht diese Region eigentlich, verwaltungsmäßig und geografisch? Diese Seite beschreibt, wie Sardinien heute gegliedert ist — Metropolitanstädte und Provinzen, Wohnbevölkerung, Küsten, Berge und Nationalparks, und wie die Insel erreicht wird — und was diese Gestalt für eine Immobiliensuche bedeutet. Jede Zahl trägt ihr Stichdatum; besonders die Verwaltungsgliederung hat sich zuletzt geändert, und vieles, was anderswo veröffentlicht ist, ist überholt.

Metropolitanstädte und Provinzen: die heute geltende Gliederung

Seit dem 17. Juli 2025 ist das Gebiet Sardiniens in zwei Metropolitanstädte und sechs Provinzen gegliedert. Die Reform beruht auf dem Regionalgesetz L.R. 7/2021, geändert durch L.R. 9/2023 und vollendet durch den Beschluss der Regionalregierung Nr. 36/34 vom 9. Juli 2025, veröffentlicht im BURAS Nr. 39 vom 17. Juli 2025. Die acht Einheiten sind:

  • Città metropolitana di Cagliari (ISTAT-Code 318)
  • Città metropolitana di Sassari (ISTAT-Code 312)
  • Provincia della Gallura Nord-Est Sardegna (ISTAT-Code 113)
  • Provincia di Nuoro (ISTAT-Code 114)
  • Provincia di Oristano (ISTAT-Code 115)
  • Provincia dell'Ogliastra (ISTAT-Code 116)
  • Provincia del Medio Campidano (ISTAT-Code 117)
  • Provincia del Sulcis Iglesiente (ISTAT-Code 119)

Für alle amtlichen Statistiken gelten die neuen Einheiten und ihre ISTAT-Codes ab dem 1. Januar 2026. Welche Gemeinde zu welcher Einheit gehört — und wie viele Gemeinden jede Metropolitanstadt oder Provinz zählt —, ergibt sich aus dem amtlichen Codeverzeichnis der ISTAT für die neue Gebietsgliederung Sardiniens; diese Seite nennt bewusst keine eigene Gemeindezahl, weil jenes Verzeichnis die maßgebliche Liste ist.

Auf das Datum achten: Die meisten Karten, Nachschlagewerke und Immobilienportale zeigen noch die Gliederung von 2016 — die Città metropolitana di Cagliari sowie die Provinzen Sassari, Nuoro, Oristano und Sud Sardegna. Diese Gliederung ist seit dem 17. Juli 2025 überholt; die Provinzen Sassari und Sud Sardegna bestehen als Verwaltungseinheiten nicht mehr. Material, das sie weiterhin führt, beschreibt einen vergangenen Stand (Stand August 2026).

Die Wohnbevölkerung

Sardinien hat 1.554.490 Einwohner laut ISTAT-Schätzung zum 1. Januar 2026.

Eine Aufschlüsselung nach den neuen Metropolitanstädten und Provinzen ist noch nicht veröffentlicht: Zum selben Stichtag weist die ISTAT die Gebietswerte weiterhin nach den Provinzen vor der Reform aus. Die folgenden fünf Zahlen folgen deshalb den alten Grenzen:

  • Sassari: 470.588 Einwohner
  • Cagliari: 415.866 Einwohner
  • Sud Sardegna: 327.170 Einwohner
  • Nuoro: 194.081 Einwohner
  • Oristano: 146.785 Einwohner

Alle fünf Zahlen sind ISTAT-Schätzungen zum 1. Januar 2026 für die Provinzen vor der Reform. Sie lassen sich nicht einfach auf die neuen Metropolitanstädte und Provinzen umlegen; Stand August 2026 waren für die neuen Einheiten keine amtlichen Bevölkerungszahlen veröffentlicht.

Küsten, Berge, Nationalparks

Sardinien hat rund 1.850 Kilometer Küste — die Zahl, die die regionale Küstenagentur Conservatoria delle Coste selbst verwendet (Seite abgerufen im August 2026). Für eine Immobiliensuche zählt diese Zahl weniger als Geografie denn als Recht: Die unten beschriebenen Planungsregeln behandeln die Küste als eigene rechtliche Kategorie.

Das Landesinnere ist gebirgig. In der Mitte der Insel liegt das Gennargentu-Massiv, dessen Punta La Marmora (1.834 m) die höchste Erhebung Sardiniens ist. Das Gennargentu ist kein Nationalpark, was ältere Darstellungen mitunter nahelegen.

Auf Sardinien bestehen zwei Nationalparks: der Parco Nazionale dell'Asinara, errichtet durch Dekret des Präsidenten der Republik vom 3. Oktober 2002 (5.170 Hektar, in der Gemeinde Porto Torres), und der Parco Nazionale dell'Arcipelago di La Maddalena, errichtet durch Gesetz Nr. 10 vom 4. Januar 1994 (5.100 Hektar an Land und 15.046 Hektar auf See).

Die italienische Erdbebenklassifizierung (Verordnung OPCM 3274 vom 20. März 2003) teilt das Land in vier Zonen; Sardinien ist in Zone 4 eingestuft, die mit der geringsten Gefährdung. Das ist eine Einstufung für Bauvorschriften, kein Sicherheitsversprechen und kein Kaufargument.

Die Anbindung der Insel

Nach dem Verkehrsbericht der ENAC für 2024 sind drei sardische Flughäfen für den gewerblichen Zivilverkehr geöffnet: Cagliari Elmas, Olbia und Alghero Fertilia — die einzigen sardischen Einträge unter den 45 italienischen Flughäfen dieser Liste. Die Verbindungen zwischen Cagliari, Alghero und Olbia einerseits und Rom Fiumicino und Mailand Linate andererseits laufen unter gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen, der sogenannten continuità territoriale, die die Autonome Region seit dem 1. Januar 2010 verwaltet (Gesetz 296/2006); das Dekret für die aktuelle Regelung wurde am 26. September 2025 im Amtsblatt der EU veröffentlicht, und das neue Betriebsmodell ging am 29. März 2026 vollständig in Betrieb. Tarife und Fluggesellschaften wechseln mit jeder Ausschreibung und werden hier deshalb nicht genannt.

Auf dem Seeweg verwaltet die Autorità di Sistema Portuale del Mare di Sardegna acht Häfen: Cagliari, Olbia, Golfo Aranci, Porto Torres, Oristano, Santa Teresa Gallura, Portovesme und Arbatax (Übersicht der Behörde, abgerufen im August 2026). Olbia verfügt über rund zehn Liegeplätze für Passagierschiffe; Porto Torres und Cagliari bedienen Passagier- und gemischte Ro-Ro-Fähren; Santa Teresa Gallura ist der Liegeplatz für die Verbindungen nach Bonifacio auf Korsika; Portovesme wickelt die Fähren zur Isola di San Pietro ab; Arbatax ist überwiegend Passagierhafen. Golfo Aranci bezeichnet die Hafenbehörde als den sardischen Hafen mit der kürzesten Entfernung zum italienischen Festland.

Wie diese Verbindungen in der Praxis funktionieren, wenn man auf die Insel reist, etwa für eine Besichtigung, beschreibt der Ratgeber Anreise nach Sardinien.

Was die Gestalt der Region für die Immobiliensuche bedeutet

Das Bauen in Küstennähe regelt der Piano Paesaggistico Regionale (PPR), der regionale Landschaftsplan, der 2006 für den Küstenraum — den ersten ambito omogeneo; er deckt nicht die ganze Insel ab — auf Grundlage des Küstenschutzgesetzes L.R. 8/2004 genehmigt wurde. Der geschützte Küstenstreifen, die fascia costiera, hat keine einheitlich festgelegte Breite: Er ist eine in der Kartografie des PPR gezogene Umgrenzung. Unabhängig davon ist Küstenland innerhalb von 300 Metern zur Uferlinie (150 Meter auf den kleineren Inseln) nach den PPR-Normen nicht bebaubar, und das nationale Recht (D.Lgs. 42/2004, Art. 142) erklärt den 300-Meter-Küstenstreifen kraft Gesetzes zum Gebiet von landschaftlichem Interesse.

Ob ein bestimmtes Grundstück innerhalb der fascia costiera oder einer anderen PPR-Ebene liegt, ist keine Frage des Eindrucks: Es lässt sich im amtlichen Geoportal der Region prüfen, im PPR-WebGIS SardegnaMappe, mit den Küstenlandschaftskarten im Maßstab 1:25.000. Das ist die praktische Folge der Gestalt dieser Region: Auf einer Insel mit rund 1.850 km Küste hängt das, was auf einem Grundstück gebaut werden darf, davon ab, wo es in der PPR-Kartografie liegt — eine Prüfung, die an den Anfang einer Suche gehört, nicht ans Ende.

Was diese Regeln Schritt für Schritt bei Besichtigung und Kauf bedeuten, beschreibt der Ratgeber Kaufen vor Ort auf Sardinien.

Regionale Maßnahmen, die einen Kauf begleiten können — etwa die Zuschüsse gegen die Abwanderung für kleine Gemeinden —, behandelt der Ratgeber Regionale Förderungen auf Sardinien.

Die Regeln des Kaufs selbst sind national und werden beim Schwesterportal Sizilien Immobilien beschrieben: Der Ratgeber zum Kaufprozess in Italien und der Ratgeber zu Notar- und Kaufnebenkosten gelten unverändert auf Sardinien.

Aktuelle Inserate von der ganzen Insel finden sich auf der Immobiliensuche.